Der digitale Zeitungsmarkt

Judith Roth

Die Tageszeitung ist das älteste Massenmedium. Der Berichterstattung wird ein großer Bezug zum Alltag zugesprochen. Tageszeitungen sind Wissensträger. Tagtäglich wird in Zeitungsredaktionen selektiert, was für den interessierten Staatsbürger und damit die Gesellschaft von Bedeutung ist. Über Jahrhunderte hinweg wurden Tageszeitungen auf Papier publiziert. Mit dem Aufkommen neuer elektronischer Möglichkeiten, wird mehr als je zuvor deutlich: Dies ist nicht abgrenzender Wesenszug der Zeitung. Auch Onlineangebote können - insofern sie die Kriterien Aktualität, Publizität, Universalität und Periodizität erfüllen - Tageszeitung sein. Tageszeitung wird mehr- bzw. multimedial und erfüllt damit einmal mehr die Funktion eines sozialen Gedächtnisses der Gesellschaft, denn hier wird publiziert und archiviert - hier wird festgehalten, was aus journalistischer Sicht an Relevanz besitzt.

 

Onlinezeitungen feiern in Deutschland im Jahr 2005 ihren zehnten Geburtstag. Die Schweriner Volkszeitung war die erste, die im World Wide Web ihre Leser suchte. Ihr folgten bis heute über 300 Zeitungen. Die Geschichte der Onlinezeitung ist festgehalten, mehrheitlich allerdings rudimentär, dies heißt in Fallstudien und Einzelbeobachtungen. Der hier vorliegende Beitrag will dem gegensteuern, indem er die Geschichte der Onlinezeitung aufbauend auf den Beobachtungen zweier Studien aus dem Jahr 2000 und 2002 zusammenfasst. Beide Studien widmeten sich der publizistischen Konzepte von Lokal- und Regionalzeitungen (Vollerhebung). Demnach gibt es sechs Formen der Onlinezeitung, die sich über die Zeit hinweg verfestigt haben: Visitenkarte, Lightversion, Infopool, Lokale Plattform, Regionale Plattform, Regionaler Onlinedienst. Diese werden vorgestellt und auf ihre Erfolgsaussichten hin reflektiert. Dies geschieht vor dem Hintergrund der aktuellen Medienkrise, die nicht zuletzt auch eine Zeitungskrise ist: Zeitungen verlieren seit Jahren auf dem Anzeigenmarkt an Position, und auch der Lesermarkt weist auf strukturelle Probleme hin: Zeitungslesen ist immer weniger Alltagsritual. Was dies in einer Wissensgesellschaft bedeutet bzw. ob nicht gerade die Tageszeitung als langsamstes Medium im Medienverbund in den nächsten Jahren an Bedeutung gewinnt, wird mit einer Analyse des publizistischen Marktes und des Wirtschaftsmarktes Zeitung analysiert. Zeitungsproduktion wird hierbei ganzheitlich verstanden, das heißt vor dem Hintergrund, dass Tageszeitung mehrmedial erscheinen kann und heute vielleicht sogar muss.

Google-Blog

30.09.2006:
Suchmaschinen in Technik, Wirtschaft und Medienkunst

Am 28.9.2006 lud der Gemeinnützige Verein zur Förderung der Suchmaschinen-Technologie und des freien Wissenszugangs e.V., kurz "SuMa-eV", zu seinem dritten Forum in die niedersächsische Landesvertretung nach Berlin ein. Die SuMa-eV Foren sind in Deutschland zur regelmäßigen und richtungsweisenden...

18.09.2006:
Marktanteil Google über 90%

Gestern ist zum ersten Mal das geschehen, was schon lange zu befürchten war: Google hat in Deutschland die magische Grenze eines Marktanteils von 90% überschritten. In der Statistik für den 17.9.06 (www.webhits.de) ist dies fuer die TOP6 folgendermaßen nachzulesen: Google ...

11.09.2006:
Jetzt wirds politisch

Wie Heise Online verkündet, gibt es seit gestern nun eine Piraten Partei Deutschland (PPD). Grundsätzlich widmet sie sich dem freien Zugang zum Wissen und "den wichtigen Themen des 21. Jahrhunderts", wozu nach eigener Aussage vor allem "der gläserne Staat" statt des "gläsernen Bürgers"...